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fort und frei

Etappe 22 von 33 · Tag 25 · 507,5 von 763,7 km

Camino Francés · Etappe 22

Auf nach Astorga

Tag 25 · Etappe 22 · Villadangos del Páramo nach Astorga · 27,9 km laut Führer

Diese Etappe auf der ganzen Strecke Die ganze Strecke als Balken, von rechts nach links wie der Weg. Vom rechten Rand bis Etappe 22 von 33 ist er gefüllt, das sind 507,5 von 763,7 Kilometern.

Mein Aufenthalt in der Albergue La Santa Siesta war sehr angenehm. Alles war sauber, es gab etwas zu essen, eine gut ausgestattete Küche und richtige Schlafkojen mit Vorhang. Dementsprechend ausgeruht begann mein Tag dann um kurz nach 6 Uhr und ich hatte gleich ein gutes Gefühl. Nach einem schnellen Frühstück mit Kaffee, Toast und Schinken, sowie einem frischgepressten Organgensaft stand ich in den Startlöchern.

Die ersten Kilometer wurde ich bitter enttäuscht. Der Camino verlief weiterhin an der N-120, die mich nun schon seit ca. 250 km begleitet hatte. Dabei ging es gefühlt zu 80% parallel zu dieser Straße entlang, nachweislich nur ungefähr zur Hälfte. Noch immer zu viel, dachte ich mir.

Die N-120
Die N-120

Nach knapp 7km hatte das Universum endlich ein Einsehen und der Weg bog nach rechts ab, weg von der Straße und hinein in gelbe Maisfelder. Es ging durch mehrere kleine, beschauliche Dörfer wie zum Beispiel Hospital de Órbigo mit einer sehr schönen, mittelalterlichen Steinbrücke über den Rio Órbigo.

Brücke über den Rio Órbigo
Brücke über den Rio Órbigo

In Villares de Órbigo gönnte ich mir erst einmal einen zweiten Kaffee, ganz in Ruhe. Für die letzten 300km hatte ich mir vorgenommen den Weg zu genießen. Die Strapazen der ersten Wochen und die zermürbende Meseta sind bezwungen, ich stehe noch aufrecht und erfreue mich an der wiederkehrenden Vielfältigkeit des Caminos auf diesem letzten Abschnitt bis Santiago de Compostela. Entgegen aller Erwartungen kommt gegen halb elf die Sonne heraus und sie begleitet mich bis zum Etappenziel in Astorga.

Hier sammelt wohl jemand Steine 😀
Hier sammelt wohl jemand Steine 😀

Es geht gemütlich auf breiter Straße, fernab der Städte, vorbei an Bauernhöfen, Feldern mit Kürbissen, Obstbäumen und diversen Baumplantagen.

Unsere Halloween -Kürbisse, ganz sicher! 😃
Unsere Halloween -Kürbisse, ganz sicher! 😃

Es gibt einige Gelegenheiten zu rasten und bereitwillig ergreife ich sie alle. Mitten im Nirgendwo taucht plötzlich eine Verpflegungsoase auf Spendenbasis auf. Muss wohl eine Art Fata Morgana sein. 😲🌞 Ich überlege kurz, ob mit mir Sonne vielleicht zugesetzt hat, aber nein, nach den ersten Bissen glaube ich an die Echtheit der Oase. Mein Kumpel Robert ist auch schon da und hat ein Schachbrett entdeckt – natürlich will er sofort spielen. Wir schieben ein paar Figuren hin und her, er ist eigentlich am gewinnen, übersieht aber eine Taktik und ist plötzlich matt. Nebenbei spielt eine junge Mitpilgerin auf der Gitarre, die dort auch mal rein zufällig herumstand und verblüfft uns alle mit einer traumhaften Billie Eilish Imitation. Krass!

Als ich um 15:30 Uhr in Astorga in der vorgebuchten Herberge ankomme, habe ich das Gefühl alles richtig gemacht zu haben. Meine Füße tun nicht weg, ich bin nicht erschöpft und habe direkt Lust in die Stadt zu gehen.

Erste Impressionen aus Astorga
Erste Impressionen aus Astorga

Beim Abstecher in die Altstadt entdeckte ich einen Keks- und Schokoladenladen und bin erstmal unvernünftig. Ich laufe Luxiskekse und eine kleine Milchschokolade für knapp 7 Euro. Es macht so viel Freude unbeherrscht zu sein. 😁

Auf dem Weg zurück in die Herberge schaue ich mir noch ein paar Sehenswürdigkeiten an und entdeckte eine kleinen Park, der von der erhöhten Lage der Altstadt aus einen hervorragenden Rundumblick bietet.

Markt von Astorga
Markt von Astorga

Der Park ist sehr gepflegt und ich lasse mich auf einer Bank nieder und genieße die Sonne in kurzer Hose, T-Shirt und Flip-Flops bei relativ frischen 17 Grad.

Eingang zum Park
Eingang zum Park
Blick in die Ferne vom Park aus
Blick in die Ferne vom Park aus

In der Ferne sieht man schon die Berge, die es ab morgen zu erklimmen gilt. Es geht wieder bergauf bis auf ca. 1400 Meter. Endlich!

Meine Cola neben mir ist kalt und die Kekse sind lecker. Während ich diesen Eintrag schreibe, blicke ich mit Vorfreude auf die nächsten Etappen. 🌞

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