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fort und frei

Etappe 10 von 33 · Tag 12 · 243,4 von 763,7 km

Camino Francés · Etappe 10

Der Kampf nach Villafranca

Tag 12 · Etappe 10 · Grañón nach Villafranca Montes de Oca · 27,2 km laut Führer

Diese Etappe auf der ganzen Strecke Die ganze Strecke als Balken, von rechts nach links wie der Weg. Vom rechten Rand bis Etappe 10 von 33 ist er gefüllt, das sind 243,4 von 763,7 Kilometern.

So einzigartig das Erlebnis in Grañón auch war, das Essen war zu wenig und das Nachtlager mächtig unbequem. Damit waren die Voraussetzungen für meine nächste Etappe nicht die besten. Ich trank früh einen schnellen Kaffee und aß eine Scheibe Toast und dann macht ich mich auf den Weg. Ein klares Ziel für den Tag hatte ich nicht, nur ein paar Optionen.

Morgenröte über Kastillien
Morgenröte über Kastillien

Es ging eine Schotterstraße entlang, auf und ab und mir war zunächst warm aufgrund der Anstrengung. Als es dann wieder flach wurde, war mir ob der Außentemperatur von ca. 7 Grad plötzlich kalt und ich musste das Tempo anziehen um mich nicht zu erkälten. Die Sonne ging langsam am Horizont auf und die ersten Kilometer hatte ich schon in den Beinen.

Nach einem übersichtlichen zweiten Frühstück am Wegesrand, in einer kleinen Taverne, die hauptsächlich für Pilger öffnet, ging es zügig weiter. Die Sonne stand inzwischen hoch am Himmel und brannte gnadenlos. Zumindest war mir nicht mehr kalt. Der Weg für den Rest des Tages war gnadenlos. Schotterwege entlang stark befahrener Straßen ohne jeglichen Schatten oder Schotterwege abseits der Straßen, ebenfalls zu 90% frei von völlig unnötigen Schattenspendern. So flog ich voran um möglichst schnell an irgendeinem Ziel anzukommen, wo ich übernachten konnte. Gut 20km wollte ich in jedem Fall laufen.

An Belorado vorbei, zielte ich auf einen kleinen Ort namens Tosantos oder auch Espinosa del Camino, die nach 21 bzw. 24,5km kommen sollten. Dort stand ich dann im Schweiße meines Angesichts und suchte nach den Herbergen, die aber entweder geschlossen oder eben voll waren. Fantastisch, dachte ich mir. Das Thermometer bewegte sich in Richtung 30 Grad. Ich hatte genug Wasser dabei, schön war es dennoch nicht. Blieb mir also nur übrig nach Villafranca weiterzuziehen, nochmal gut 5km entfernt. Der Weg dorthin gestaltete sich völlig unaufgefordert auch noch als Herausforderung. Es begann direkt mit einer ca. 1km langen Rampe, die bestimmt 200 Höhenmeter überbrückte. Danach folgten weitere 4km flache Strecke durch die Knallsonne. Als ich in Villafranca ankam war ich durch! Knapp 30km gelaufen, wollte ich nur noch raus aus der Sonne. Meine Beine waren überraschenderweise noch sehr gut, aber ich hatte Angst mich zu verbrennen, trotz Lichtschutzfaktor 50.

The universe provides
The universe provides

Als fast alle Hoffnung verloren schien, ich online die Herberge im 3-Sterne-Hotel nicht buchen könnte und mich eine weitere Herberge abgewiesen hatte, war ich der Verzweiflung nahe. Ich ging also zur letzten Herberge im Ort, das besagte Hotel und wartete an der Rezeption auf schlechte Nachrichten, schon darauf vorbereitet mir ein Hotelzimmer nehmen zu müssen. An Weiterlaufen war nicht mehr zu denken, es sollten 33 Grad werden und ich war schon 7 Stunden unterwegs. Zu meiner Überraschung lief dann alles perfekt, ich bekam sofort ein Bett und war damit gerettet. Nicht nur das, es gab auch Abendessen im Hotel, ein 3-Gänge-Menü mit Getränken (Wasser und Wein) für nur 18 Euro, dass ich sofort buchte. Die Unterbringung war super, saubere Duschen, eine Decke im Bett, ein ordentliches Kopfkissen und vieles mehr. Ich duschte, wusch meine Sachen und begab mich mit Janis aus Kanada, die ich dort wieder traf, auf ein Bier an die Bar. Leckeres Essen gab es auch und so konnte ich in jeglicher Hinsicht Energie tanken. Abends gab es dann noch das Menü und ich war voll begeistert. Hier nur eine Idee vom Essen.

Erster Gang
Erster Gang

Ich will nicht verschweigen, dass ich Tränen in den Augen habe, während ich das schreibe, weil ich hier auf dem Camino schon so oft genau das bekommen habe, was ich in dem Moment gebraucht habe. Danke dafür! ❤️

Kommentare

  1. Uta

    Oma und ich sitzen auf der Terrasse und trinken einen Kaffee. Bei deinem Bericht von dieser Etappen haben wir auch erst mal geheult, kennst du ja, Hickmanns eben. Jetzt werde ich ihr weiter vorlesen.

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