Camino Francés · Etappe 11
Cardeñuela Riopico
Tag 13 · Etappe 11 · Villafranca Montes de Oca nach Cardeñuela Riopico · 24,6 km laut Führer
Ausgeruht und mit Vorfreude auf die Etappe startete ich um 6 Uhr meinen Tag. Die Herberge war gebucht, dank meines Freundes Andreas, der das für mich gleich mit gemacht hat. Ich wusste, dass es ca. 26,5km sein würden und ich wusste, dass einige Höhenmeter (ca. 400) zu absolvieren sein würden. Hauptsache keine Wege entlang der Hauptstraße, dachte ich mir.
Ich genoß den klaren Himmel mit tausenden Sternen und begab mich auf einem malerischen Pfad, der durch einen dichten Kiefernwald führt, auf den Weg. Es ging direkt steil los. Auf den ersten 1,5km sind direkt ca. 250 Höhenmeter zu überbrücken und man muss sich entsprechend anstrengen. Mit Energie und Motivation flog ich heute morgen an allen vorbei, ohne es wirklich darauf anzulegen. Irgendwann war ich ganz allein. Es war wunderbar, ich schaute mich um, der Tag dämmerte so langsam und ich lief weiter durch den Wald und sog den Geruch in mich auf.

Nach ca. 12km kam ich nach San Juan de Ortega, ein kleines Dorf, wo ich mein Frühstück einnehmen wollte. Ich traf gleich ein nettes holländisches Pärchen wieder, die mir immer wieder begegnen und in meinem Alter sind. Leider sind mir die Namen entfallen, ich frage sie einfach nochmal, später.
Im Ort war auch eine kleine Kirche, in der ich eine Kerze für die anzündete, die leider nicht mehr unter uns weilen und die mir am Herzen liegen.

Wenige Kilometer nach dem Dorf legte ich noch eine weitere Pause ein, weil ich noch etwas im Wald verweilen wollte und ich ließ andere Pilger an mir vorüberziehen. Meine spärlichen Vorräte an Nüssen und Gummitieren wurden weiter dezimiert, ich sog die Energie meiner Umgebung auf und freute mich über diesen wunderschönen Weg. Irgendwann begann sich der Wald zu lichten und die Sonne stieg auch langsam empor.

Den Rest des Wegs ließ ich es ruhig angehen, es ging noch über Wege entlang von Feldern, eine steile Rampe hinauf mit einem Untergrund, der übersät war von spitzem Fels und dann durch kleiner Dörfer bis zum Ziel, dass ich gegen 13 Uhr erreichte und mit direkt ein Radler gönnte. Die Herberge ist herrlich. Sie ist Bar, Restaurant, Herberge und Hotel zugleich und bietet das obligatorische Pilgerdinner an, das ich, wie eigentlich immer, sofort buchte. Live is good! ❤️
Hier noch ein paar Eindrücke der Etappe:




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