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fort und frei

Etappe 23 von 33 · Tag 26 · 533,3 von 763,7 km

Camino Francés · Etappe 23

Foncebadón – nah am Gipfel

Tag 26 · Etappe 23 · Astorga nach Foncebadón · 25,8 km laut Führer

Diese Etappe auf der ganzen Strecke Die ganze Strecke als Balken, von rechts nach links wie der Weg. Vom rechten Rand bis Etappe 23 von 33 ist er gefüllt, das sind 533,3 von 763,7 Kilometern.

Um 8 Uhr verlasse ich heute Astorga und es beginnt der langsame Anstieg nach Foncebadón. Die ersten 13 Kilometer vergehen wie im Flug, der Weg ist leicht und es geht durch diverse kleine Dörfer, deren Frühstücksangebot ich einmal annehme und natürlich im Gastraum auf Robert aus Schottland treffe. Schon wieder so ein Zufall. Robert war beim Friseur und erzählt mir eine total unwahrscheinliche Geschichte. Gestern bei Frühstück, Robert war auch anwesend, sah ich einen Engländer, der sich eine Dose aufmachen wollte und sagte scherzhaft nur: „Ich hoffe mal kein Surströmming,sonst bin ich sofort weg!“ Robert schaute nur ungläubig, weil er es nicht kannte. In stand auf und ging. Heute erzählt Robert mir dann, dass ihn sein venezeolanischer Friseur aus heiterem Himmel gefragt hat, ob er Surströmming kenne. Robert verneint natürlich und es wird ihm erklärt. Das waren die einzigen beiden Gelegenheiten in denen er in seinem bisherigen Leben damit konfrontiert war. Wie ist die Wahrscheinlichkeit dafür? Ein venezeolanischer Friseur in einer spanischen Kleinstadt… – manche Dinge muss man nicht verstehen. 🤔

Gaudi Museum von Astorga
Gaudi Museum von Astorga

Nun ja, Exkurs beendet. Es gab also Frühstück und dann ging es weiter. Die Landschaft ist herrlich, Laub- und Nadelwälder säumen den Weg. Nein, kein Mischwald! 😉

Laubwald
Laubwald

Es wird auch hier langsam Herbst und die Blätter vieler Bäume verfärben sich bereits und fallen ab. Außerdem ist es schon ziemlich frisch mit heute nur 8 Grad, wahrscheinlich wegen der sternenklaren Nacht und weil ich mich auf fast 1000m Höhe befinde.

Immer geradeaus in Richtung Berge
Immer geradeaus in Richtung Berge

Nach einer Weile wird der Anstieg spürbarer und ich lasse bewusst etwas Tempo weg um die Landschaft zu genießen. Ich komme nach Rabanal del Camino, einem kleinen Ort bei Kilometer 19 meiner heutigen Etappe und wundere mich zunächst, warum hier so viel auf Deutsch geschrieben steht. Ich gehe also in den Laden des örtlichen Klosters und der Mönch an der Kasse erklärt mir auf Nachfrage in perfektem Deutsch, dass es sich hier selbstverständlich um ein Bayerisches Kloster handelt. Liegt ja auch total nahe, über 1000km von der nächsten deutschen Stadt entfernt. 🙄🤔

Deutsches Kloster - Monasterio San Salvador - Monte Irago in Rabanal del Camino
Deutsches Kloster – Monasterio San Salvador – Monte Irago in Rabanal del Camino

Da der härteste Anstieg noch auf mich wartet, mache ich erstmal Pause und gönne mir von den gestern in aller Unvernunft gekauften Keksen drei Stück. Genial! 😃

Der Kampf beginnt, der Weg oder ich, wer wird wohl triumphieren?
Der Kampf beginnt, der Weg oder ich, wer wird wohl triumphieren?

Es wird steil und steinig, teilweise sogar sehr steil. Die Sonne knallt ordentlich von oben, aber es ist dennoch ziemlich frisch mit ca. 12 Grad und so überlege ich mir zweimal meine Fleecejacke abzulegen. Irgendwann wird es mir dann doch zu warum und in der Folge lege ich einen Schritt zu, damit ich nicht zu frieren anfange. Irgendwie verzwickt, denke ich mir. Da ich zügig unterwegs bin, überhole ich auf den letzten 3km Strecke noch einige Mitpilger und erreiche um 14:30 Uhr Foncebadón. Die Herberge in der ich heute reserviert habe, ist übrigens auch von einer Deutschen geführt 😲 und so checke ich in deutscher Sprache ein – total ungewohnt!

Herberge Monte Irago auf 1440m Höhe
Herberge Monte Irago auf 1440m Höhe

Ich komme auf dem Dachboden unter, die Dusche ist nur lauwarm 🥶 und ich lege mich erstmal ins Bett um mich aufzuwärmen bei 8 Grad Außentemperatur. Die Nacht wird frisch und morgen wartet eine der härtesten Etappen des Camino Francés auf mich. Zum Glück ist für das leibliche Wohl gesorgt und ich habe sowohl Abendessen als auch Frühstück gebucht. Wird schon werden, sage ich mir. Wenn ich bedenke, dass ich schon über 520km gelaufen bin, kann ich es nicht auf Anhieb fassen. Es ist einiges passiert, nicht schlagartig, sondern in kleinen Schritten. Der Weg hat mich wieder fit gemacht, die überschüssigen Kilos sind fast gänzlich abgeschmolzen und selbst nach dieser recht anstrengenden Etappe,  fühle ich mich prima. Es sind noch gut 240km bis Santiago de Compostela und es kommt mir nicht mehr viel vor.

Kommentare

  1. Uta Kupfer

    Hartmut ist total begeistert von deinen Berichten, die ihm immer vorlese. Er meint, du sollst daraus ein Buch machen.
    240 km sind ja wirklich nicht mehr viel. Aber den Weg auf dem Foto fand ich schon herausfordernd. Der killt ja jeden Schuh (hoffentlich nicht).

    Antworten

    1. Markus

      Danke, das war fast noch ein guter Weg. Der Abstieg heute war ein anderes Kaliber.

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