Camino Francés · Etappe 2
Etappe 2, Zubiri
Der Weg heute war viel unspektakulärer als die Etappe zuvor. Dennoch erwarten mich 21,4km und auch ein paar Anstiege und vor allem ein mit 26% Gefälle ziemlich extremer Abstieg. Der Marsch beginnt …
Tag 3 · Etappe 2 · Roncesvalles nach Zubiri · 21,4 km laut Führer
Der Weg heute war viel unspektakulärer als die Etappe zuvor. Dennoch erwarten mich 21,4km und auch ein paar Anstiege und vor allem ein mit 26% Gefälle ziemlich extremer Abstieg. Der Marsch beginnt um 7:30 Uhr als mich die Herberge als einen der letzten Pilger heraus kehrt. Bei frischen Temperaturen um die 12 Grad geht es im spärlichen Licht des Morgens auf den Jakobsweg. Ich komme gut voran und durchquere kleine spanische Dörfer bevor es ins Gelände geht und ein paar Anstiege und Gefälle meine Aufmerksamkeit erfordern. Nach ca. 6km treffe ich auf Swantje, eine deutsche Pilgerin aus Rostock, wir tauschen ein paar Worte aus und irgendwie laufen wir dann zusammen weiter. Sie ist flott unterwegs und irgendwie passt es von der Geschwindigkeit perfekt, sodass wir tatsächlich den ganzen Weg bis Zubiri gemeinsam laufen. Es gibt viel zu lachen und einige Geschichten aus dem Leben werden ausgetauscht. Nach knapp 6 Stunden erreichen wir Zubiri und sind noch ganz gut dabei. Das Einchecken in die Herberge erweist sich als schwieriger als der Weg an sich. Es dauert über eine Stunde in der ich sehnsüchtig auf die wohlverdiente Dusche warte. Zu Zubiri gibt es nicht viel zu sagen, ein paar Häuser, eine Kirche, Unterkünfte und Restaurants. Einen Supermarkt sucht man hier vergebens. Der nächste ist in Pamplona, knapp 20km entfernt. Das ist auch mein Ziel für morgen. Bisher ist alles im grünen Bereich.





Nachtrag: Leider bietet die hiesige Herberge kein Abendessen an und da ich das gemeinsame Dinner vom Vortag in Roncesvalles so genossen hatte, entschied ich selbst tätig zu werden um die hier in Zubiri für eine kleine Gruppe von Pilgern, die ich Kennenlernen durfte, zu organisieren. Nach einem kurzfristigen Rückschlag (das Restaurant meiner Wahl schloss seine Pforten um 17 Uhr), bekam ich den entscheidenden Tipp von einer jungen Amerikanerin namens Caitlin. Ich reservierte einen Tisch für 6 Personen und es wurden am Ende 11 wundervolle Menschen mit denen ich Brot und Wein, sowie ein erstklassiges Pilgermenü, teilen durfte. Mein Kumpel Mike lud mich sogar noch auf ein Bier ein – ein super Typ. Wir lachten viel und ich erfuhr spannende Fakten über die USA und Harvard (eine Pilgerin unserer Gruppe arbeitet dort).
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