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fort und frei

Etappe 18 von 33 · Tag 20 · 414,5 von 763,7 km

Camino Francés · Etappe 18

Halbzeit

Tag 20 · Etappe 18 · Terradillos de los Templarios nach Bercianos del Real Camino · 23,2 km laut Führer

Diese Etappe auf der ganzen Strecke Die ganze Strecke als Balken, von rechts nach links wie der Weg. Vom rechten Rand bis Etappe 18 von 33 ist er gefüllt, das sind 414,5 von 763,7 Kilometern.

Um 5:30 Uhr klingelt mein Wecker. Ich habe alles geplant. Gegen 6:15 Uhr will ich in Ruhe in der Herberge frühstücken und dann so kurz vor 7 Uhr loslaufen. Mein Plan sah nicht vor, dass das Hostel Frühstück erst ab 7 Uhr bereitstellt und so laufe ich ohne Kaffee und ohne ein Happen zu essen im Dunkeln los.

Es ist schweinekalt! Ein eisiger Wind weht außerdem und meine Fleecejacke hält mich kaum warm. „Ich Pfosten“, denke ich mir und versuche so schnell wie möglich zum nächsten Dorf zu hasten, dass gut 3km entfernt liegt. Meine Hoffnung auf ein Frühstück und die Kälte verleihen mir Flügel. Nach knapp 30 Minuten komme ich tatsächlich an ein Hostel, dass Frühstück anbietet und ich gönne mir ein Sandwich, ein gekochtes Ei, einen O-Saft und natürlich einen großen Kaffee. Die ersten Lebensgeister kehren zurück, aber ich will nicht raus und bin trödelig. Kurz vor 8 raffe ich mich trotzdem auf und ziehe los. Nach wenigen Kilometern ist mir wieder kalt und ich merke, dass mir heute die Energie fehlt. Mein Rücken macht sich auch wieder bemerkbar. Ich befinde mich kurz vor Sahagún, der Mitte des Camino Francés.

Das Tor zur Provinz León - an der Ermita de la Virgen del Puente - König Alfons VI. und Abt Bernhard von Sédirac
Das Tor zur Provinz León – an der Ermita de la Virgen del Puente – König Alfons VI. und Abt Bernhard von Sédirac
Der Abt, würde ich mal sagen
Der Abt, würde ich mal sagen

Sahagún markiert die Mitte des Camino Francés und ich erreiche den Ortskern ein wenig angeschlagen. Ein offenes Restaurant mit ca. 15 Rucksäcken im Außenbereich veranlasst mich dazu ein positives Urteil zur Lokalität abzugeben und ich gehe hinein. Ein zweites Frühstück wird meine Lebensgeister vielleicht wecken. Ein großes Bocadillo (Baguette mit Serranoschinken und Käse), sowie ein extrastarker Kaffee später, sieht die Welt schon viel besser aus. Ich verweile, nur zur Sicherheit, noch weitere 40 Minuten. 😁

Sehr schöner, von Platanen gesäumter Weg
Sehr schöner, von Platanen gesäumter Weg

Als ich heraustrete, scheint die Sonne und es wird langsam warm. Kein Vergleich zum Wetter vor einer Stunde. Viel besser, denke ich mir. Da macht das Laufen wieder Spaß. Der Wind hat sich auch gelegt und so komme ich in einigermaßen gutem Zustand gegen 13:30 in der Herberge in Bercianos del Real Camino an und bin wiederum positiv überrascht. Gleiches Prinzip wie gestern, heute dann Einzelbetten anstelle von Etagenbetten, es gibt Pilgermenü und meine Wäsche wird für 2 Euro gewaschen. Geil!!! 😀

Am Sonntag komme ich nach León und werde dort einen Ruhetag einlegen. Damit ich mich richtig erholen kann, buche ich mir für zwei Tage ein nettes 4-Sterne-Hotel mit Frühstück. Muss auch mal sein, sage ich mir.

Kommentare

  1. Uta Kupfer

    Ein vier Sterne Hotel? Das wird dir bestimmt komisch vorkommen. Wir sitzen gerade bei Oma beim Kaffee und waren einkaufen. Vorher sind wir um den Grunewaldsee gelaufen und haben festgestellt, dass wir für eine Camino- Etappe fünf mal um den See laufen müssten. Krass!

    Antworten

    1. Markus

      Ja, das stimmt, jedoch wollte ich mir mal etwas gönnen. Muss mal ein wenig regenerieren und dafür ist das Hotel mit Spa perfekt. Mache mir da wenig Sorgen, dass ich mir komisch vorkomme, mit 4-Sterne-Hotels kann ich umgehen. 😄

      Die Etappen sind mal länger und mal kürzer, über 30km vermeide ich bisher, weil ich es nicht so eilig habe. Man gewöhnt sich dran, mit den kleinen Beschwerden hier und da muss man eben umgehen.

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