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fort und frei

Etappe 32 von 33 · Tag 35 · 744,3 von 763,7 km

Camino Francés · Etappe 32

O Pedrouzo

Tag 35 · Etappe 32 · Arzúa nach O Pedrouzo · 19,3 km laut Führer

Diese Etappe auf der ganzen Strecke Die ganze Strecke als Balken, von rechts nach links wie der Weg. Vom rechten Rand bis Etappe 32 von 33 ist er gefüllt, das sind 744,3 von 763,7 Kilometern.

Die Etappe nach O Pedrouzo ist mit 19,5 km ziemlich kurz. Außerdem ist es am Morgen kalt und so laufe ich erst bei Tagesanbruch los. Die Sonne begleitet mich an diesem Tag und spendet Wärme, die ich gern aufnehme, während ich in großen Schritten meinem Ziel entgegen laufe. Es geht durch viele kleine Dörfer und die Möglichkeiten zur Einkehr sind dementsprechend zahlreich. Vieles sieht einladend und gemütlich aus, doch mich treibt eine innere Kraft vorwärts, ein Verweilen scheint an diesem Tage nicht auf dem Plan zu stehen. Erst nach fast 10 Kilometern auf dem Weg biege ich in eine kleine Holzhütte am Ende eines der Dörfer ab, um etwas Kraft zu tanken. Keine drei Minuten später kommt Janis zur Tür herein und begrüßt mich freudig. Wer hätte das gedacht, Janis kann wieder laufen. Die letzten Tage zuvor hatte sie übliche Probleme am Fuß und Schienbein und sie hatte schon Sorge, dass ihr Camino vorbei sei. Wir sitzen eine Weile zusammen und laufen dann gemeinsam weiter. Janis erzählt mir mehr von ihrem Leben und ich staune nur, wie sie mit all dem fertig geworden ist. Sie ist geschieden, die Scheidung verlief nicht optimal und naja, noch ein paar Dinge mehr, die hier nicht hingehören. Es ist immer wieder hilfreich eine andere Perspektive einzunehmen, damit man sich selbst und seine eigenen Probleme nicht zu wichtig nimmt. Das werde ich mir in jedem Fall merken.

Der Weg tritt in diesen Momenten in den Hintergrund und ich mache nur sporadisch ein paar Fotos von dem wunderschönen und für mich so neuen Eukalyptuswäldern. Gegen 13 Uhr bin ich dann auch schon am Ziel in O Pedrouzo.

Eukalyptuswälder soweit das Auge reicht
Eukalyptuswälder soweit das Auge reicht

Als ich mich am Nachmittag in die Stadt begebe und in einem Café niederlasse, begegnen mir innerhalb kürzester Zeit meine beiden besten Freunde von diesem Camino, Robert und Doug. Wir setzen uns gleich zusammen, erzählen uns die Ereignisse des Tages und rätseln darüber, wie es anderen Mitpilgerin, die wir schon eine Weile nicht mehr gesehen haben, wohl ergangen ist. Robert und Doug sind auch bereits dabei den Camino einzuordnen und zu ergründen, was sich bei Ihnen verändert hat. Diesen Gedanken schließe ich mich an und so verweilen wir bei heißen Waffeln und Kaffee für eine Weile an diesem Ort. Da keiner von uns allein zu Abend essen möchte und noch einige Gesprächsfäden unvollständig geblieben sind, verabreden wir uns kurzerhand zum Abendessen.

Robert, ich und Doug (links --> rechts)
Robert, ich und Doug (links –> rechts)

Der Abend ist lustig, wir essen, trinken und erzählen viel. Die Stimmung ist ausgelassen und wir schweifen tief in akademische Themen wie Mathematik und Physik ab und wenden diese auf lustige Weise auf unsere Erlebnisse an. Wer sich noch an die Surströmming-Geschichte erinnert – wir kommen zur Lösung, das Quantenverschränkung etwas damit zu tun haben muss, zwangsläufig. 🤔🙄😄 Muss wohl am Bier und Wein gelegen haben, die wir uns eingelöst haben. 🤪

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