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fort und frei

Etappe 31 von 33 · Tag 34 · 725,0 von 763,7 km

Camino Francés · Etappe 31

Der letzte Kraftakt nach Arzúa

Tag 34 · Etappe 31 · Palas de Rei nach Arzúa · 28,5 km laut Führer

Diese Etappe auf der ganzen Strecke Die ganze Strecke als Balken, von rechts nach links wie der Weg. Vom rechten Rand bis Etappe 31 von 33 ist er gefüllt, das sind 725,0 von 763,7 Kilometern.

700 Kilometer bin ich inzwischen gelaufen und der Camino geht seinem Ende entgegen. Die Eindrücke auf dem Weg waren vielfältig, bewegend, inspirierend und vieles mehr. Ich traf jede Menge interessante Menschen, an deren Leben ich für eine Weile teilhaben durfte, so wie sie an dem meinen. Die Etappen selbst treten an diesem Punkt fast ein wenig in den Hintergrund und die Gedanken kreisen um die vielen neuen Eindrücke und versuchen daraus ein ganzheitliches Bild zu formen. Der Camino verändert einen, wie weit diese Veränderung reicht, kann nur die Zeit zeigen.

Auf Wiedersehen Palas de Rei - 8 Uhr morgens
Auf Wiedersehen Palas de Rei – 8 Uhr morgens

An diesem Morgen läuft alles wie geplant. Ich nehme mein Frühstück ein, ohne Kaffee, das ich mich am Vortag zusammengekauft hatte. Es gibt eine Banane, ein Bocadillo mit Serranoschinken (eine Art Baguettebrötchen) und einen halben Liter 100% O-Saft. Danach, so hoffe ich, habe ich genug Energie für diese lange Etappe, die auf fast 30 km bis nach Arzúa führt.

Gleich von Beginn an lege ich ein zügiges Tempo an den Tag. Die zwischenzeitliche Bummelei der letzten Woche hat mir nicht gut getan und so habe ich entschieden wieder durchzuziehen, um am Ziel mehr Zeit für die Erkundung und zur Regeneration zu haben. Die ersten 10 Kilometer fliegen nur so dahin, der Weg ist am heutigen Tage weich, gesäumt von grünen Wiesen und Wäldern und ich sehe die ersten Eukalyptusbäume. Die vielen einladend aussehenden Restaurants in den kleinen Dörfern, die ich passiere, bewegen mich heute nicht zur Einkehr, da ich zunächst noch mehr Stecke zurücklegen will. Bei Kilometer 13 gönne ich mir dann doch meinen ersten Kaffee des Tages und habe großes Glück, dass ich dort Doug wiedertreffen und wir beschließen zusammen weiterzulaufen. Doug ist ein fantastischer Gesprächspartner, reich an Lebenserfahrung, eloquent,  ausgeglichen und dabei selten nur auf sich bedacht. Er läuft ungefähr mein Tempo und so trennen sich unsere Wege erst kurz vor dem Ziel bei seiner Herberge.

Doug - ich hoffe er verzeiht mir, dass ich sein Foto ohne Erlaubnis verwende
Doug – ich hoffe er verzeiht mir, dass ich sein Foto ohne Erlaubnis verwende

Wir kommen ordentlich ins Schwitzen, denn es geht immer wieder auf und ab, teilweise auch unangenehm lang, doch die Stimmung bleibt sehr gut und meine Beine machen auch mit.

Doug und ich beim Zwischenstop
Doug und ich beim Zwischenstop

Der Camino hat wieder einmal geliefert, genau das, was ich in diesem Moment gebraucht habe. Einen Freund, gute Gesellschaft und ein bisschen Motivation für die harte Etappe. Beim letzten Stop bezahle ich für Doug mit und habe fortan ein Bier bei ihm gut. Klares Win-Win 😃.  Ich hoffe es in O Pedrouzo oder in Santiago de Compostela einlösen zu können. Man muss ein paar Freunde wie Doug im Leben haben, bodenständig und mit dem richtigen moralischen Kompass. Wenn ich Glück habe, finde ich noch einen oder zwei. 🙂

Toller Tag, toller Weg, alles gut
Toller Tag, toller Weg, alles gut

Gegen 15 Uhr erreiche ich meine Herberge, die sehr schön sauber und gut ausgestattet ist. Es gibt Schlafkabinen und man kann spät auschecken, was ich definitiv nutzen werde. Um 8 Uhr will ich morgen noch nicht loslaufen und ein bisschen ausschlafen kann sicher nicht schaden. Am Nachmittag gönne ich mir noch eine lokale Spezialität: Käsekuchen. Er ist mit nichts vergleichbar, dass ich bisher gegessen habe und die stattlichen 6,50 Euro, die ich bezahle, absolut wert. Er ist ganz weich, schmeckt süß, und karamelig. Seine Textur ist cremig und der Rioja, den ich dazu bestelle, gefällt mir auch. Selbst wenn jeder Weinexperte, ob meines Frevels mit dieser Kombination, schlaflose Nächte bekommt, mir ist es egal.

Käsekuchen mit Arzúa Ulloa (spezieller Weichkäse)
Käsekuchen mit Arzúa Ulloa (spezieller Weichkäse)

Kommentare

  1. Uta

    Käsekuchen mit Wein? Großartig. Komm gut nach Santiago de Compostela. Du Held!

    Antworten

  2. Christiane und Uwe Hickmann

    Hallo Großer,
    für die letzten Etappen wünschen wir eine gute Ausdauer und tolle Erlebnisse mit
    wunderbaren Bekanntschaften
    LG aus Thüringen

    Antworten

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