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fort und frei

Etappe 28 von 33 · Tag 31 · 649,5 von 763,7 km

Camino Francés · Etappe 28

Sarria

Tag 31 · Etappe 28 · Triacastela nach Sarria · 17,8 km laut Führer

Diese Etappe auf der ganzen Strecke Die ganze Strecke als Balken, von rechts nach links wie der Weg. Vom rechten Rand bis Etappe 28 von 33 ist er gefüllt, das sind 649,5 von 763,7 Kilometern.

Ausgeruht schwinge ich mich um 6:45 Uhr aus dem Bett und packe gemütlich zusammen. Mein Plan für heute steht: Zuerst ein gutes Frühstück im Restaurant von gestern und dann eine entspannte, kurze Etappe nach Sarria. Nur knapp 18km stehen auf dem Plan.

Gleich am Anfang der Etappe muss ich mich entscheiden, ob ich den langen Weg über San Xil gehe, einen Pfad über die Berge, oder über Samos, das berühmte Kloster auf dem Camino Francés, flach und dafür knapp 6 km länger. Weil ich keine Lust habe an der Straße entlang zu laufen, entscheide ich mich für den Weg über die Berge.

Das Wetter ist am Morgen noch mäßig und es fühlt sich nach Herbst an. Das Laub auf dem Weg unterstreicht diesen Eindruck und es gibt sogar etwas Neben am Berghang. Der Anstieg auf den ersten 5 km ist ziemlich steil und nach den ganzen Bergetappen der letzten Tage, stecke ich das nicht mehr ganz so leicht weg. Es zwickt hier und da ein bisschen und ich muss es langsam angehen.

Nach oben in Richtung San Xil
Nach oben in Richtung San Xil

Schon seit einigen Tagen ist mir aufgefallen, dass die galizische Landschaft anders ist als die Regionen zuvor. Alles ist grüner, es gibt sehr viel Viehwirtschaft in den Dörfern am Weg und es fühlt sich fast ein bisschen wie in Bayern an, abgesehen von den vielen halb verfallen Steinhäusern am Wegesrand.

In San Xil, hier geht wirklich gar nichts
In San Xil, hier geht wirklich gar nichts

Kurz nach San Xil hört der Anstieg auf und es geht direkt ebenso steil bergab. Meine Achillessehne meldet sich ein paarmal und ich verwende meine Trekkingstöcke umso mehr, damit mir so kurz vor dem Ziel nicht noch eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung macht. Man merkt schon, dass die über 600 km, die ich inzwischen gelaufen bin, ein paar Verschleißerscheinungen auftreten lassen, nichts jedoch, was nicht ein Ruhetag oder zwei wieder in den Griff bekämen.

Als ich einen Blick auf das Datum werfe, bemerke ich, dass ich nun schon einen Monat auf dem Camino Francés unterwegs bin. 30 Tage an denen ich mehrheitlich mit meinem Rucksack auf dem Rücken gelaufen bin. Ausnahmen waren nur die beiden Ruhetage in Logroño und in León. Mein Camino neigt sich langsam dem Ende entgegen und bis Santiago de Compostela sind es keine 120 Kilometer mehr.

Donativo im buddhistischen Stil
Donativo im buddhistischen Stil

Im nächsten Dorf gibt es eine Verpflegungsstation, die auf Spendenbasis funktioniert, hier „Donativo“ genannt. Ein paar Hippies, anders kann ich es kaum ausdrücken, haben hier eine kleine Welt der Weisheit, der Meditation, Yoga und vielem mehr geschaffen. Es ist kaum zu begreifen, so durcheinander und wild ist alles aufgebaut. Essen und Getränke gibt es auch, die kleine Pause ist mir willkommen und ich verweile eine Viertelstunde ohne diesen Ort wirklich zu begreifen. Einfach zu schräg, wirklich. 🤪

Ca. 3 km vor Sarria kommt ganz plötzlich die Sonne heraus und es ist direkt fünf Grad wärmer. Ich laufe meinem vermeintlichen Ziel entgegen und freue mich schon auf meine erstes Radler des Tages. 🍺

Als ich mir ansehen wo mein Hostel genau liegt, klappt mir kurz die Kinnlade herunter. Es liegt 4 km hinter Sarria in Barbadelo. Sehr seltsam, ich hatte auf Booking in Sarria gesucht. 🤔 Es hilft nichts und ich laufe die zusätzlichen fünf Kilometer auch noch. Kurz vor Ende geht es nochmal steil den Berg hinauf. Gute Nachricht für mich: Diesen Anstieg muss ich morgen früh nicht gehen – ist doch auch schon etwas, nicht wahr!? 😀

Tolle Treppen (Sarria), wo ist mein Fahrstuhl?
Tolle Treppen (Sarria), wo ist mein Fahrstuhl?

Im Hostel verläuft es dann wie immer, ihr kennt die Routine inzwischen. 😉

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