Camino Francés · Etappe 25
Villafranca del Bierzo
Tag 28 · Etappe 25 · Ponferrada nach Villafranca del Bierzo · 23,2 km laut Führer
Jedes Mal, wenn ich auf dem Camino eine Unterkunft mit Frühstück gebucht habe, beginnt der Tag positiv, vor allem aber mit einer bis drei Tassen Kaffee. Heute ist mal wieder so ein Tag. Nach einer zu kurzen Nacht, wir hatten drei heftige Schnarcher im Zimmer, bei nur fünf belegten Betten – furchtbare Quote, wenn ich das mal so bemerken darf 👎 – ging es um kurz nach 6 Uhr eine Etage nach unten zum Frühstück. Der Kaffee war gut und es gab frisches Obst. Ansonsten war das Frühstück sehr „kontinental“. 😉

Die Etappe verläuft weitestgehend flach durch mehrere Dörfer, bis es nach ca. 15km in eine mäßige Steigung übergeht. Das größere Problem ist, dass mein rechter Fuß ordentlich schmerzt und ich nicht wirklich schnell voran komme, da ich häufig pausieren muss. Ich denke an alle möglichen Verletzungen, die ich mir gestern zugezogen haben kann und sehe schon das Ende meines Camino vor Augen. Nach ca. 20 km wird es plötzlich Schritt für Schritt besser und ich kann normal weiterlaufen. Dennoch stecken mir die Etappe von gestern und die folgende Jagd durch Ponferrada in den Knochen. Dementsprechend zäh geht es voran. Ca. 7km vor dem Ziel biegt der Weg, der bis dahin hauptsächlich an Straßen entlang führte, in Richtung der Weinberge ab und es gibt landschaftlich noch ein paar Leckerbissen zu bestaunen.

Es wird langsam warm und meine Wasservorräte gehen zur Neige. Da ich noch keine Unterkunft habe, gebe ich richtig Gas, bis mir Robert eine Nachricht schickt, die eine Empfehlung für ein Hostel enthält. Mit 100 Betten sollte dort doch noch etwas frei sein, meint er. Ich laufe gut zwei Stunden vor ihm und er bittet mich ihm ein Bett zu reservieren, wenn noch welche frei sein sollten. Gut 3km vor Villafranca del Bierzo geht mir mein Wasser aus und die Sonne brennt ordentlich. Es ist nicht mehr so warm, wie noch im September, mit 24 Grad sind es eigentlich angenehme Temperaturen. Die Schotterpiste auf der ich laufe, ist jedoch anständig aufgeheizt und so kommt es mir viel heißer vor. Je näher ich der Stadt komme, desto schneller werde ich.
Bereits in den letzten Wochen ist mir aufgefallen, dass es hier in Spanien extrem viele Obstbäume gibt, quasi überall. Wo bei uns eine Eiche oder Buche steht, ist es hier häufig die Apfelbaum, Birnbaum oder auch eine Esskastanie. Vor allem von letzterem gibt es hunderte am Wegesrand und wenn man wollte, könnte man an einem Tag sicherlich einen Zentner davon sammeln. Finde nur ich das krass, oder ist das wirklich seltsam? Niemand scheint sich darum zu kümmern.

Gegen 14:30 Uhr komme ich in Villafranca del Bierzo an und bekomme wirklich für Robert und mich jeweils noch ein Bett. Den Rest des Tages ruhe ich mich aus und falle bereits um 21 Uhr in einen tiefen Schlaf.
Kommentare
-
Och lecker, Maroni! Die sind auf dem Weihnachtsmarkt so teuer geworden…
Schreib etwas dazu